Eine Kolumne über Kreativität von Melanie Künzel unsere Trainerin in Sachen „Kreativitätstechnicken“. 

Freitagnachmittag, das Wochenende ruft schon laut und mein Kollege und ich sitzen noch zusammen am Schreibtisch und planen ein Kreativworkshop, der in der kommenden Woche stattfinden soll. Unsere Köpfe rauchen, wir haben schon so einige Ideen entwickelt, doch der richtige Durchbruch ist uns noch nicht gelungen.

Es hat schon eine gewisse Komik, wir beschäftigen uns mit Kreativität und da sitzen wir nun und die Muse küsst uns einfach nicht.

Die Sonne scheint an diesem Tag ziemlich warm und stark in mein Büro und uns mitten ins Gesicht. Wir finden es zu Beginn noch sehr angenehm, denn es sind die ersten warmen Tage in diesem Jahr, doch es wird einfach zu heiß und Hunger haben wir auch noch, doch wir wollen so schnell wie möglich fertig, da ist eigentlich keine Pause drin.

Eigentlich!

Die Natur gewinnt – wir wandern aus in die Küche. Während ich am Herd stehe, mit Töpfen und Pfannen hantiere, mein Kollege Zwiebeln für Spaghetti mit Tomatensauce schnibbelt (es soll ja schnell gehen!) macht es auf einmal „plopp“! Und nicht nur das Spaghettiwasser sprudelt, sondern wir auch. Wir schauen uns an und müssen laut lachen!

Warum? Eine wichtige Regel in Bezug auf Kreativität lautet: Räume und auch Positions- und Raumwechsel fördern die Kreativität. Ein festes und versteiftes Sitzen am Schreibtisch, bei dem man versucht eine Idee regelrecht aus dem Hirn herauszupressen, funktioniert meistens nicht. Doch genau das haben wir getan. Mit der Raumveränderung und dem „kognitiven Loslassen“ durchs Kochen, sprudelten auch auf einmal unsere Ideen.

Walt Disney hatte übrigens, als er seine Storys entwickelte drei bewusste Räume, den Träumerraum, einen Raum zum Planen und im dritten überdachte er seine Ideen mit dem Blick eines wohlwollenden Kritikers. Alle Räume waren so ausgestattet, dass sie den jeweiligen Prozess unterstützten.

Was bedeutet das nun für das Arbeiten bei Ihnen im Büro, bei dem Sie nicht immer eine Küche zu Verfügung haben? Tapetenwechsel tut gut! Egal ob Sie einfach ihr Büro verlassen und in einen Meetingraum gehen, eine Runde um den Block drehen oder sich ein Kaffee mit einer Kollegin in der Kantine gönnen – kurzes kognitives Abschalten und Raumwechsel hilft.

Apropos: Rednerinnen, die auf der Bühne stehen und plötzlich vergessen was sie als nächstes sagen wollen, empfehle ich für den spontanen Kreativitätskick sich für ein paar Schritte auf der Bühne zu bewegen, einfach nur bewegen ohne zu sprechen, denn durch unsere körperliche Bewegung kommen auch unsere Gedanken wieder in Bewegung. Wer etwas bewegen will, muss sich also bewegen.

Ich freue mich Sie alle auf dem Assistentinnenkongress 2020 in Berlin wieder zu treffen und mit Ihnen weitere Tools zu erarbeiten, wie Sie ganz konkret auf spontane kreative Ideen kommen.

Herzliche Grüße

Melanie Künzl
Trainerin für wirkungsvolles Auftreten, TEDx-Speakercoach, Ideensprudlerin

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